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Stiftung Glossar

Bescheinigungen

Bescheinigungen werden vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) als Bestätigung dafür ausgestellt, dass aus Projekten und Programmen im Inland erzielte Treibhausgasreduktionen zur Erfüllung der Kompensationspflicht gemäss CO₂-Gesetz eingesetzt werden können.

Das BAFU stellt nach Art. 5 der Verordnung über die Reduktion von CO₂-Emissionen Bescheinigungen aus, wenn:

  • Anhang 3 der Verordnung dies nicht ausschliesst;
  • Das Projekt oder die Vorhaben des Programms a) ohne den Erlös aus dem Verkauf der Bescheinigungen nicht wirtschaftlich wären, b) mindestens dem Stand der Technik entsprechen und c) Massnahmen vorsehen, die gemessen an der Referenzentwicklung zu einer zusätzlichen Emissionsverminderung führen;
  • Die Emissionsverminderungen a) nachweisbar und quantifizierbar sind und b) nicht in einem EHS-Unternehmen oder einem Unternehmen mit Verminderungsverpflichtung erzielt wurden; 
  • der Beginn der Umsetzung des Projekts oder des Programms bei der Einreichung des Gesuchs nach Art. 7 nicht länger als drei Monate zurückliegt.

CO₂-Gesetz

Das CO₂-Gesetz bildet seit dem Jahr 2000 die Basis der Schweizer Klimapolitik. Für den Zeitraum 2008 bis 2012 sah es vor, die CO₂-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energie um 10 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken.
Per 1. Januar 2013 wurde das CO₂-Gesetz totalrevidiert. Es liefert nun die gesetzliche Grundlage für die Klimapolitik der Schweiz von 2013 bis 2020.
Das revidierte CO₂-Gesetz schreibt vor, dass die Schweizer Treibhausgasemissionen bis 2020 gegenüber 1990 um mindestens 20 Prozent reduziert werden müssen. Dies entspricht einer absoluten Reduktionsleistung von rund 10,5 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr.
Um das Ziel des revidierten CO₂-Gesetzes zu erreichen, werden verschiedene Wirtschaftssektoren verpflichtet, ihre CO₂-Emissionen bis 2020 gegenüber dem Jahr 1990 um einen bestimmten Prozentsatz zu reduzieren: Dem Gebäudesektor wird eine Reduktion um 40 Prozent, dem Industriesektor eine Reduktion um 15 Prozent und dem Verkehrssektor eine Reduktion um 10 Prozent vorgeschrieben.

Erdöl-Vereinigung

Die Erdöl-Vereinigung setzt sich als Verband der schweizerischen Erdölwirtschaft für die Wahrung und Förderung der Interessen ihrer Mitglieder ein. Die zurzeit 28 Mitglieder tätigen 95 Prozent der schweizerischen Importe von Rohöl und Erdölprodukten.
Per 1. Januar 2013 hat die Erdöl-Vereinigung die Stiftung Klimaschutz und CO₂-Kompensation KliK gegründet, damit sie die Funktion einer Kompensationsgemeinschaft für die Branche anbieten kann. Den Mineralölgesellschaften, welche fossile Treibstoffe in Verkehr bringen, steht mit der Stiftung KliK eine spezialisierte Dienstleistungsplattform zur Verfügung, die ihnen die Erfüllung der vom CO₂-Gesetz vorgeschriebenen Kompensationspflicht abnimmt.
www.erdoel.ch

Fossile Treibstoffe

Fossile Treibstoffe die unter die Kompensationspflicht des CO₂-Gesetzes fallen sind insbesondere Benzin, Dieselöl und im reinen Inlandverkehr eingesetzte Flugtreibstoffe. Hinzu kommen Flüssiggas und Erdgas, sofern sie als Treibstoffe verwendet werden.

Kompensationsgemeinschaft

Die Mineralölgesellschaften, welche fossile Treibstoffe in Verkehr bringen, sind individuell für die Erfüllung der Kompensationspflicht verantwortlich. Das revidierte CO₂-Gesetz sieht jedoch vor, dass sie die notwendige Kompensationsleistung gemeinsam erbringen und sich zu diesem Zweck zu Kompensationsgemeinschaften zusammenschliessen können.
Die Bildung von Kompensationsgemeinschaften vereinfacht die Umsetzung der Vorgaben des CO₂-Gesetzes, weil die Beschaffung von CO₂-Kompensationen Know-how-intensiv ist und weil die insgesamt erforderliche Kompensationsmenge das derzeit verfügbare Angebot an Kompensationsprojekten und -programmen übersteigt. Die Umsetzung durch eine spezialisierte Kompensationsgemeinschaft ist daher effizienter und effektiver.

Kompensationspflicht

Bei der Überführung fossiler Treibstoffe in den steuerrechtlich freien Verkehr besteht gemäss CO₂-Gesetz eine Kompensationspflicht für die bei der energetischen Nutzung der Treibstoffe entstehenden CO₂-Emissionen. Zu den Treibstoffen, deren CO₂-Emissionen kompensiert werden müssen, gehören insbesondere Benzin, Dieselöl und im reinen Inlandverkehr eingesetzte Flugtreibstoffe. Hinzu kommen Flüssiggas und Erdgas, sofern sie als Treibstoffe verwendet werden. Detaillierte Informationen finden sich in der Verordnung über die Reduktion der CO₂-Emissionen, Anhang 10.
Bis 2020 müssen CO₂-Emissionen von insgesamt etwa 6,5 Millionen Tonnen kompensiert werden. Dies entspricht einem Kompensationssatz von durchschnittlich 5 Prozent der Emissionen, die im Zeitraum 2013 bis 2020 bei der energetischen Nutzung fossiler Treibstoffe entstehen. 

In der Verordnung über die Reduktion der CO₂-Emissionen wurde der Kompensationssatz im Einzelnen wie folgt festgelegt:

– 2013:

0%

– 2014 / 2015:

2%

 
– 2016 / 2017:

5%

 
– 2018 / 2019:

8%

 
– 2020:

10%

 









Zur Erfüllung der Kompensationspflicht müssen die Mineralölgesellschaften, welche fossile Treibstoffe in Verkehr bringen, treibhausgasreduzierende Projekte in der Schweiz unterstützen, die vollumfänglich den Vorschriften des CO₂-Gesetzes entsprechen.

Mineralölgesellschaften, die ihre Kompensationspflicht nicht erfüllen, bezahlen eine Strafe von 160 Franken pro nicht kompensierte Tonne CO₂. Zusätzlich müssen dem Bund im Folgejahr Emissionsminderungszertifikate für dieselbe Menge CO₂ abgegeben werden.

Plattformen zur CO₂-Kompensation

Die Möglichkeiten zur CO₂-Kompensation sind vielseitig. Entsprechend unterschiedlich sind in ihrem Ansatz auch die möglichen Kompensationsprojekte und Kompensationsprogramme. Um die Aktivitäten der Stiftung KliK zu bündeln und um Know-how und Kompetenzen gezielt aufzubauen, strukturiert die Stiftung KliK ihre Fördertätigkeit entlang der vier Plattformen Verkehr, Unternehmen, Gebäude und Landwirtschaft.

Programme zur CO₂-Kompensation

Für jede der vier Plattformen Verkehr, Unternehmen, Gebäude und Landwirtschaft fasst die Stiftung KliK gleichartige Klimaschutzvorhaben in Programmen zusammen und erstellt für diese gemeinsam mit ausgesuchten Partnern einheitliche Regelwerke und Anforderungskataloge. Diese werden dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) zur Genehmigung vorgelegt, um zu gewährleisten, dass die aus den Programmen erzielten Emissionsreduktionen in Form von Bescheinigungen an die Stiftung KliK übertragen werden können.

Detaillierte Angaben zu den Anforderungen an Kompensationsprogramme finden sich in der Verordnung über die Reduktion der CO₂-Emissionen (Art. 5 und 5a sowie Anhang 3) sowie in der Vollzugsmitteilung "Projekte und Programme zur Emissionsverminderung im Inland".

Projekte zur CO₂-Kompensation

In allen vier Plattformen Verkehr, Unternehmen, Gebäude und Landwirtschaft fördert die Stiftung KliK in der Schweiz grössere und komplexere Einzelprojekte, die den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren. Für deren Akquisition arbeitet sie mit ausgewählten Intermediären zusammen. Die Projekte werden beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) registriert, so dass die aus ihnen erzielten Emissionsreduktionen in Form von Bescheinigungen an die Stiftung KliK übertragen werden können.
Detaillierte Angaben zu den Anforderungen an Kompensationsprojekte finden sich in der Verordnung über die Reduktion der CO₂-Emissionen Art. 5 sowie Anhang 3 sowie in der Vollzugsmitteilung "Projekte und Programme zur Emissionsverminderung im Inland".

Treibhausgase

Es werden Projekte anerkannt, die die Emissionen folgender Treibhausgase vermindern (vgl. Verordnung über die Reduktion der CO₂-Emissionen, Art. 1)

  • Kohlendioxid (CO₂)
  • Methan (CH₄)
  • Distickstoffmonoxid (N₂O, Lachgas)
  • Fluorkohlenwasserstoffe (HFCs)
  • perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFCs)
  • Schwefelhexafluorid (SF₆)
  • Stickstofftrifluorid (NF₃)