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Klimafreundliche Kälte: Wirkung, Kosteneffizienz, Markttransformation
Das Programm «Klimafreundliche Kälte» ist das einzige Förderprogramm für stationäre Kälte in der Schweiz. Zwischen 2015 und 2025 unterstützte es 1’797 Projekte beim Umstieg auf klimafreundliche Kältemittel. Bis 2030 erzielt es Emissionsverminderungen von rund 307’600 Tonnen CO₂e. Der Bericht zeigt: Das Programm hat seine Planwerte übertroffen und den Umstieg auf natürliche Kältemittel beschleunigt.
1'797
geförderte Projekte in drei Modulen
174 CHF/t
Kosten pro Tonne CO₂e inklusive Transaktionskosten (Anteil 6%)
307'600 t CO₂e
Emissionsreduktionen bis 2030, verifiziert bis 2023, danach modelliert
145'570 t CO₂e
davon vom BAFU bescheinigt, bis und mit Monitoringperiode 2023
Warum das Programm schloss
Zwei Fristen bestimmten das Ende. Das geltende CO₂-Gesetz regelt die Kompensationspflicht bis 2030. Und ab 2030 gilt ein Nachfüllverbot für Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial von 2’500 oder mehr. Was dann gesetzlich vorgeschrieben ist, gilt nicht mehr als zusätzlich und kann nicht mehr bescheinigt werden. Die Stiftung KliK beendete die Aufnahme neuer Projekte deshalb per 30. Juni 2025. Die geförderten Anlagen laufen weiter, ihre Emissionsverminderungen werden bis 2030 bescheinigt.
Was das Programm bewirkt hat
Der Ausstieg aus den teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffen (HFKW) war durch die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) und das Kigali-Amendment vorgezeichnet. Die eigenständige Leistung des Programms liegt nicht darin, diese Markttransformation ausgelöst, sondern sie spürbar beschleunigt zu haben. Die Programmentwicklerin Simultec AG schätzt den zusätzlichen Beitrag zur Reduktion der HFKW-Emissionen aus Kältemitteln auf rund 10 Prozent.
Drei Module bilden ein Portfolio. Das Modul «Vorzeitiger Ersatz» stellt rund einen Fünftel der Projekte, trägt aber 64 Prozent der Wirkung. Das Modul «Kältemittelwechsel» trug mit über 1’200 Drop-in-Projekten die Umstellung in die Breite, bis in Gewerbebetriebe, die eine Investitionsförderung nie erreicht hätte. Das Modul «Kleinanlagen» erschloss mit 211 Projekten ein Marktsegment, in dem CO₂-Kältetechnik ohne Förderung kaum Verbreitung gefunden hätte.
Über die bescheinigten Tonnen hinaus wirkt der Kompetenzaufbau in der Branche. Allein im Modul «Kältemittelwechsel» waren 248 Kältefachfirmen registriert. Sie wickelten die Projekte ab und trugen das Wissen über natürliche Kältemittel in weitere Kundenprojekte. Hinzu kommen Zusatznutzen, die in der Emissionsbilanz nicht erscheinen: Energieeinsparungen, Abwärmenutzung sowie höhere Betriebs- und Versorgungssicherheit.
Wo die Grenzen lagen
Finanzielle Anreize können Investitionsentscheide erleichtern. Fehlen einem Betrieb aber die finanziellen Mittel oder die Zukunftsperspektive, schaffen auch sie keine Investitionsbereitschaft.
Zwei weitere Faktoren begrenzten die Wirkung:
der ausgeprägte Fachkräftemangel der Kältebranche
und die Technologiekosten.
Kernbotschaft
«Förderprogramme wirken am stärksten als komplementäres Element eines regulatorischen Gesamtrahmens, nicht als dessen Ersatz.»
Mit dem Auslaufen der Förderung wird aus dem Sanierungsthema klimafreundliche Kälte zunehmend ein Optimierungsthema: Energieeffizienz, Wärmerückgewinnung und Sektorkopplung sind die nächsten Hebel. Die methodischen Erfahrungen des Programms bilden dafür eine belastbare Grundlage.