Schlag auf Schlag

Die Schlagzahl beim wirksamsten Instrument der schweizerischen Klimapolitik hat sich erhöht: Im Laufe der vergangenen sechs Monate wurden 12 Klimaschutzaktivitäten unter Artikel 6.2 des Pariser Übereinkommens von der Schweiz und den Partnerländern Chile, Ghana, Malawi, Marokko und Peru autorisiert. Darunter sind Aktivitäten zur Installation von Photovoltaik-Anlagen, zum Bau landwirtschaftlicher Biogasanlagen oder Batterie-Speicheranlagen.

Gemeinsam versprechen die Aktivitäten, bis Ende 2030 die Treibhausgasemissionen um rund 8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent zu reduzieren. Somit sind nunmehr 15 der von der Stiftung KliK unter Vertrag genommenen Artikel-6.2-Aktivitäten autorisiert, weitere 50 sollen im Laufe der nächsten zwölf Monate folgen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss das derzeit hohe Tempo bei der Bearbeitung der Autorisierungsanträge aufrechterhalten werden. Dabei hilft der Umstand, dass für die meisten der anstehenden Aktivitäten jetzt Präzedenzfälle existieren, an denen sich Aktivitätseigner und Bewilligungsbehörden orientieren können.

Erfreulich ist auch die kürzlich erfolgte Ausstellung von knapp 50'000 ITMOs aus dem Bangkok-E-Bus-Programm für die 2023 und 2024 erzielten Emissionsreduktionen. Allerdings erfolgte sie zu spät, um die ITMOs zur Erfüllung der Kompensationspflicht für 2024 nutzen zu können. So vermochte die Stiftung KliK ein weiteres Mal die Pflicht nur zu erfüllen, weil sie in den Vorjahren vorsorglich einen Vorrat an nationalen Bescheinigungen angelegt hat.

Internationale Aktivitäten im Fokus

Dynamik bei den Autorisierungen

© Sistema.bio

Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres hat die Schweiz gemeinsam mit verschiedenen Partnerländern acht Klimaschutzaktivitäten autorisiert – ein beachtliches Tempo für das Kooperationsinstrument unter dem Pariser Übereinkommen, das nun endlich Fahrt aufnimmt. Damit können diese Aktivitäten nun offiziell Emissionen reduzieren, um sie dem Schweizer Klimaziel anzurechnen. Vorausgegangen ist jeweils ein robuster Prozess mit Messung, Berichterstattung und unabhängiger Prüfung, dessen Resultate von den beteiligten Staaten bilateral überprüft und genehmigt wurden.

In Ghana wurden Aktivitäten zu Biogasanlagen von HomeBiogas für Bauern, zur subventionierten Abgabe elektrischer Kochherde von BURN Manufacturing, zu klimafreundlichen Klimaanlagen (Green Cooling der Stiftung KliK mit der GIZ) sowie das nationale Programm für saubere Energie (NCEP der Stiftung KliK) autorisiert. In Peru betrifft dies Microsols Kochherdprogramm Tuki Wasi, in Malawi ein Biogasanlagenprogramm für Bauern von SistemaBio und in Chile eine Batterie-Energiespeicher-Aktivität von Colbún sowie das E-Mobilitätsprogramm von Zeroca.

Neue ITMO-Ausstellungen aus dem Bangkok-E-Bus-Programm

Thailand und die Schweiz haben am 2. April 2026 die Ausstellung von insgesamt 49‘717 ITMOs (international übertragene Emissionsminderungen) aus dem Bangkok-E-Bus-Programm von Energy Absolute gemäss Artikel 6.2 des Pariser Übereinkommens genehmigt. Die von der Stiftung KliK erworbenen ITMOs resultieren aus dem Einsatz von mehr als 2’000 Elektrobussen der privaten Busflotte aus dem Grossraum Bangkok im Zeitraum von Januar 2023 bis Dezember 2024.

Schweiz im Fokus

CO2-Verflüssigungsanlage in Nesselnbach im Portrait

Wissen Sie, wie die "Blööterli" ins Mineralwasser gelangen und woher sie stammen? Kohlensäure entsteht, wenn CO2 in Wasser gelöst wird. In der Lebensmittelindustrie gängig ist geogenes CO2, das als Nebenprodukt bei der Erdöl- oder Erdgasförderung anfällt. Die CO2 Energie AG setzt als Betreiberin eines Abscheideprojekts (Carbon Capture and Utilisation, CCU) auf eine Alternative aus biogenem CO2, das im Vergärungsprozess einer Biogasanlage entsteht und in flüssiger Form verkauft wird. Die Stiftung KliK fördert dieses europaweit einzigartige Projekt.

Förderprogramm Reduktion+ der EnAW

Mit dem Förderprogramm Reduktion+ unterstützt die Energie-Agentur der Wirtschaft EnAW die Umsetzung von Wärmepumpen-Projekten, die ohne Förderung nicht wirtschaftlich sind. Die Bescheinigungen für nachgewiesene CO2-Reduktionen werden an die Stiftung KliK verkauft. Der Förderbeitrag der Stiftung KliK beträgt 100 Franken pro reduzierte Tonne CO2. Eine Teilnahme macht insbesondere für Unternehmen ohne Verminderungsverpflichtung oder bei einer Überschreitung derselben Sinn.